Die Ovulationsinduktion ist eine Behandlung für Frauen, die Schwierigkeiten haben, schwanger zu werden, weil ihr Zyklus unregelmäßig ist oder die Menstruation ausbleibt.
Die Ovulationsinduktion bedeutet wörtlich „Auslösen des Eisprungs“ und wird mit Medikamenten in Form von Tabletten oder Injektionen durchgeführt. Ziel ist es, ein Follikel (Eibläschen) zur Reifung zu bringen, aus dem eine Eizelle freigesetzt wird. Während der Behandlung kontrolliert der Arzt oder die Ärztin mithilfe von Ultraschall, ob und wie die Follikel wachsen. Entwickeln sich zu wenige oder zu viele Follikel, kann die Behandlung angepasst oder vorübergehend unterbrochen werden. Bei einem optimal entwickelten Follikel wird der Eisprung gezielt ausgelöst, sodass Geschlechtsverkehr oder eine Insemination zum passenden Zeitpunkt erfolgen kann.
Sie hatten ein Jahr lang ungeschützten Geschlechtsverkehr, sind jedoch nicht schwanger geworden.
Wenn der Eisprung unregelmäßig oder gar nicht stattfindet (Anovulation) und/oder die Menstruation unregelmäßig oder ganz ausbleibt.
Wenn das Polyzystische Ovarsyndrom (PCOS) vorliegt. [Hier mehr Informationen über PCOS]
Abweichende Hormonwerte können den Zyklus beeinflussen.
Die Behandlung zur Ovulationsinduktion verläuft in mehreren Schritten und wird sorgfältig von einem unserer Fertilitätsspezialisten begleitet. Im Folgenden erklären wir Ihnen Schritt für Schritt, wie der Ablauf aussieht:
Die Behandlung umfasst folgende Schritte:
Auf Grundlage der Ergebnisse der orientierenden Fertilitätsuntersuchung entscheiden Sie gemeinsam mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt, welcher nächste Schritt Ihre Chancen auf eine Schwangerschaft am besten erhöhen kann.
Bei Frauen mit einem unregelmäßigen Zyklus wird zunächst nach den möglichen Ursachen für die Zyklusstörungen gesucht. Spielt Übergewicht eine Rolle, empfiehlt die Ärztin oder der Arzt zunächst eine Gewichtsreduktion. In manchen Fällen kann sich der Zyklus dadurch wieder von selbst regulieren, und der Eisprung setzt ein- ganz ohne Medikamente. Darüber hinaus verbessert eine Gewichtsreduktion auch die Chancen auf eine gesunde Schwangerschaft.
Medikamentöse Behandlung: Beginn der Therapie
Die Behandlung beginnt in der Regel am dritten Tag Ihres Menstruationszyklus. Sobald Ihre Menstruation einsetzt, nehmen Sie telefonisch Kontakt mit uns auf. In manchen Fällen ist es notwendig, die Menstruation zunächst medikamentös auszulösen. Fällt Ihr erster Zyklustag auf ein Wochenende, können Sie uns eine E-Mail schreiben oder uns am Montagmorgen anrufen; die Notfallnummer müssen Sie hierfür nicht nutzen.
Medikamente
Je nach Ihrer individuellen Situation erhalten Sie Medikamente in Form von:
Tabletten (z. B. Letrozol oder Clomifencitrat): Diese Tabletten regen den Körper an, selbst FSH zu produzieren.
Hormonspritzen (z. B. FSH-Injektionen wie Gonal F oder Ovaleap): Diese FSH-Injektionen stimulieren die Eierstöcke, Follikel (Eibläschen) heranreifen zu lassen.
Das Ziel dieser Medikamente ist es, die Eierstöcke so zu stimulieren, dass ein Follikel zur Reifung gebracht wird. Manchmal entwickeln sich auch mehrere Follikel, dies wird von uns mittels Ultraschalluntersuchungen sorgfältig überwacht.
[Hier finden Sie weitere Informationen zu den Medikamenten.]
Während des Behandlungszyklus kontrollieren wir mit vaginalen Ultraschalluntersuchungen, ob die Eierstöcke auf die Medikamente ansprechen. Die erste Ultraschalluntersuchung findet in der Regel um den 10. Zyklustag statt. Dabei prüfen wir, ob sich ein oder mehrere Follikel (Eibläschen) entwickeln und ob sich die Gebärmutterschleimhaut gut aufbaut.
Kein dominanter Follikel?
Wenn bei der ersten Ultraschalluntersuchung noch kein dominanter Follikel sichtbar ist, wiederholen wir die Untersuchung alle paar Tage, spätestens jedoch bis zum 21. Zyklustag. Entwickelt sich auch dann kein Follikel, kann der Arzt entscheiden, in einem nächsten Zyklus die Dosierung der Tabletten ze erhöhen. Bleibt auch dies ohne Erfolg, ist der nächste Schritt in der Regel eine Stimulation mit FSH-Injektionen.
Progesteronkontrolle
Während der ersten Behandlung überprüfen wir außerdem, ob tatsächlich ein Eisprung stattgefunden hat. Etwa acht Tage nach einem positiven Ovulationstest wird Ihr Progesteronwert einmalig bestimmt. Ist dieser ausreichend hoch, wissen wir, dass ein Eisprung erfolgt ist.
Diese Kontrollen helfen uns, die Behandlung optimal auf Ihren Körper abzustimmen
Wenn bei der Ultraschalluntersuchung festgestellt wird, dass ein Follikel groß genug ist (in der Regel 18 - 20 mm, manchmal etwas größer in Verbindung mit bestimmten Medikamenten), bestimmen wir den richtigen Zeitpunkt für den Eisprung. Dies kann auf zwei Arten erfolgen:
Das Medikament wird über das Portal von Serpha verschrieben, wo Sie auch Beipackzettel und klare Anleitungen zur Anwendung der Injektionen finden.
Rund um den Zeitpunkt des Eisprungs erhalten Sie Empfehlungen, wann der beste Zeitpunkt für Geschlechtsverkehr ist. In einigen Fällen wird stattdessen eine Insemination (IUI) durchgeführt.
Manchmal wird nach dem Eisprung noch eine Medikation verschrieben, um die Gebärmutterschleimhaut zu unterstützen, beispielsweise Progesteron in Form von vaginalen Kapseln. Dies erfolgt nur, wenn eine medizinische Indikation dafür vorliegt.
Etwa zwei Wochen nach dem Eisprung machen Sie mit dem Morgenurin einen Schwangerschaftstest. Spannend! Bitte teilen Sie uns das Ergebnis mit, sobald Sie es haben.
Positiver Test: schwanger
Herzlichen Glückwunsch! Bei einem positiven Test planen wir einen Ultraschall in der 7. bis 8. Schwangerschaftswoche. Wenn wir im Ultraschall ein gut entwickeltes Embryo mit schlagendem Herz in der Gebärmutter sehen, gilt die Behandlung als erfolgreich. Wir überweisen Sie dann an eine Hebamme Ihrer Wahl für die weitere Schwangerschaftsbegleitung. In manchen Fällen ist eine Überweisung an einen Gynäkologen notwendig. Wir freuen uns, auch weiterhin von Ihrer Schwangerschaft und der Geburt zu hören.
Negativer Test: nicht schwanger
Ein negativer Test, ein Ultraschall ohne Schwangerschaft oder der Beginn der Menstruation ist selbstverständlich enttäuschend. Gemeinsam mit dem Arzt besprechen Sie die nächsten Schritte. Wenn die Menstruation einsetzt, nehmen Sie bitte am ersten Tag Kontakt mit uns auf, um eine neue IUI-Behandlung zu starten. Wenn Sie unsicher sind, ob es sich um eine Menstruation handelt, insbesondere wenn Medikamente für die Behandlung eingesetzt wurden, klären Sie dies bitte mit uns ab.
Die Kosten für eine Ovulationsinduktion setzen sich aus den Terminen mit den Fachärzt:innen, den Ultraschalluntersuchungen sowie der Medikation zusammen. Eine detaillierte Übersicht finden Sie in unserer Kostenübersicht.
In der Regel übernimmt die Krankenkasse bei einer medizinischen Indikation einen Teil der Behandlungen. Bitte informieren Sie sich direkt bei Ihrer Krankenkasse über die genauen Voraussetzungen.
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