bei Fertilitätsbehandlungen
Das ovarielles Hyperstimulationssyndrom (OHSS) ist eine mögliche Komplikation von Fertilitätsbehandlungen wie IVF und ICSI. Bei diesen Behandlungen werden Hormone verabreicht, um die Eierstöcke zu stimulieren und mehrere Eizellen heranreifen zu lassen. Manchmal reagieren die Eierstöcke jedoch zu stark auf diese Hormone, was zu einer Erkrankung führt, die als OHSS oder Überstimulation bezeichnet wird.
Eine Überstimulation entsteht, wenn die Eierstöcke übermäßig auf die Hormonbehandlung reagieren und zu viele Eibläschen (Follikel) gebildet werden. Dies kann zu einem aufgeblähten Bauch, Flüssigkeitseinlagerungen und in manchen Fällen zu schwerwiegenden Komplikationen führen. Die übermäßige Follikelproduktion kann zudem das Risiko für Zystenbildung oder Blutungen in den Eierstöcken erhöhen. Etwa 2% der IVF-/ICSI-Behandlungen sind davon betroffen. Das Risiko ist höher bei jüngeren Frauen und bei Patientinnen, deren Follikelreifung gestört ist (PCO-Syndrom).
Um eine Überstimulation zu vermeiden, werden während der Stimulationsphase regelmäßig Ultraschalluntersuchungen und Bluttests durchgeführt. Dennoch kann es vorkommen, dass Ihr Körper stark auf die Hormonstimulation reagiert. Sind im Ultraschall viele kleine Follikel sichtbar und ist der Östrogenspiegel im Blut sehr hoch, kann die Ärztin/der Arzt entscheiden, die Behandlung vorzeitig abzubrechen. Nach einer Erholungsphase von 2 bis 3 Monaten kann ein neuer Versuch gestartet werden.
Manchmal wird eine Überstimulation erst nach der Auslösespritze (hCG) deutlich. In diesem Fall werden die Eizellen zwar entnommen, es erfolgt jedoch keine Embryotransferierung. Die Embryonen werden eingefroren und in einem späteren Zyklus eingesetzt. Dies reduziert die Risiken, da eine Schwangerschaft die Beschwerden verschlimmern kann.
Daher ist es in dieser Phase wichtig, keinen ungeschützten Geschlechtsverkehr zu haben. Verwenden Sie ein Kondom, um Schwangerschaft und mögliche Komplikationen zu vermeiden.
Achten Sie auf Beschwerden wie schnelle Gewichtszunahme (> 1,5 kg pro Tag), aufgeblähter Bauch, Schmerzen, Übelkeit oder Atemnot – und wenden Sie sich im Zweifel sofort an uns.
Die Symptome einer Überstimulation können von leicht bis schwer reichen. In den meisten Fällen treten leichte bis mäßige Beschwerden auf, wie zum Beispiel:
In einigen Fällen können die Symptome schwerwiegender sein und eine medizinische Behandlung erforderlich machen, zögern Sie daher nicht, uns zu kontaktieren.
Während einer Fruchtbarkeitsbehandlung werden die Eierstöcke stimuliert, damit mehrere Eibläschen (Follikel) heranreifen. Es ist wichtig, dass dies kontrolliert geschieht, um eine Überstimulation (OHSS) zu verhindern. Deshalb führen wir in dieser Phase regelmäßig vaginale Ultraschalluntersuchungen durch und überwachen die Hormonwerte im Blut sorgfältig.
Trotzdem kann es vorkommen, dass sich zu viele Follikel entwickeln und der Östrogenspiegel zu hoch wird. In diesem Fall kann die Ärztin/der Arzt entscheiden, die Behandlung vorübergehend zu unterbrechen, damit sich Ihr Körper erholen kann. Nach etwa zwei bis drei Monaten ist ein neuer Versuch möglich.
Rund um die Zeit der Eizellentnahme raten wir Ihnen dringend, keinen ungeschützten Geschlechtsverkehr zu haben. Sollte es dennoch zu einer Überstimulation kommen, muss eine Schwangerschaft unbedingt vermieden werden. Verwenden Sie daher ein Kondom.
Es kann vorkommen, dass eine Überstimulation zunächst nicht erwartet wird und sich erst nach der hCG-Injektion (Auslösespritze) zeigt. In diesem Fall kann eine Schwangerschaft ernsthafte Folgen haben.
Die Eizellen werden zwar durch eine Punktion entnommen und die Laborphase der IVF- oder ICSI-Behandlung kann durchgeführt werden, jedoch erfolgt in diesem Zyklus kein Embryotransfer. Stattdessen werden die Embryonen (nach Ihrer Einwilligung) eingefroren.
Diese können später, nach dem Auftauen und weiterer Zellteilung, in einem spontanen, also nicht stimulierten Zyklus, zur Rückübertragung verwendet werden. Auch in dieser Zeit raten wir dringend, keinen ungeschützten Geschlechtsverkehr zu haben. Eine Schwangerschaft muss bei drohendem OHSS unbedingt vermieden werden: verwenden Sie daher konsequent ein Kondom.