Wie kann man die Spermienqualität verbessern?

Bei Nij Clinics begegnen wir regelmäßig Männern mit verminderter Fruchtbarkeit. Welche Faktoren beeinflussen die Qualität der Spermien und was kann man besser machen oder vermeiden?
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Spermienqualität

Spermaanalyse beim Mann

Eine Spermaanalyse ist für viele Männer ein spannender Moment. Wie fällt das Ergebnis aus? Haben sich Lebensstiländerungen bereits positiv auf die Spermienqualität ausgewirkt? Oder sind weitere Anpassungen notwendig? Die gute Nachricht: In vielen Fällen lässt sich die Spermienqualität verbessern, sofern die Ursachen funktionell und nicht strukturell bedingt sind.

Wie entstehen Samenzellen?

Die Samenzellen werden in den Hoden gebildet. Dort befinden sich Stammzellen, die kontinuierlich - Tag und Nacht - unreife Samenzellen produzieren. Diese durchlaufen anschließend einen Reifungsprozess über den Samenleiter, der etwa sechs bis sieben Wochen dauert.

Am Ende dieses Prozesses gelangen die Samenzellen in die Samenbläschen, wo sie bis zur Ejakulation gespeichert werden. Nach einem Samenerguss ist der Vorrat in der Regel innerhalb von ein bis zwei Tagen wieder aufgefüllt.

Ohne Ejakulation bleiben Samenzellen jedoch nur fünf bis sieben Tage lebensfähig. Danach sterben sie ab und setzen Stoffwechselprodukte frei, die sich negativ auf neu gebildete Samenzellen auswirken können. Ein regelmäßiger Samenerguss alle zwei bis fünf Tage gilt daher als optimal für eine gute Spermienqualität.

Welche Faktoren beeinflussen die Spermienqualität?

Spermien reagieren sehr empfindlich auf äußere Einflüsse. Der allgemeine Gesundheitszustand des Mannes hat einen direkten Einfluss auf Anzahl, Beweglichkeit und Form der Samenzellen. Die wichtigsten Faktoren finden Sie im Folgenden. 

  1. Temperatur
    Die Hoden befinden sich außerhalb des Körpers, da die normale Körpertemperatur von 37 °C für die Spermienbildung zu hoch ist. Enge Unterwäsche, langes Sitzen, beheizte Autositze oder ein Laptop auf dem Schoß können die Temperatur im Hodenbereich erhöhen und die Spermienproduktion beeinträchtigen.
     
  2. Fieber
    Während der Reifung reagieren Samenzellen besonders empfindlich auf erhöhte Körpertemperatur. Fieber kann die Spermienqualität deutlich verschlechtern, insbesondere zwei bis drei Wochen vor Erreichen der Samenbläschen.

    Eine Spermaanalyse kurz nach einer fieberhaften Erkrankung kann daher vorübergehend stark verschlechterte Werte zeigen. Bei aktivem Kinderwunsch empfiehlt sich bei Fieber die rechtzeitige Einnahme fiebersenkender Medikamente wie Paracetamol.
     
  3. Anzahl der Ejakulationen

    Rund um den Eisprung stellt sich oft die Frage: Ist häufiger Geschlechtsverkehr besser? Tatsächlich reicht es aus, jeden zweiten Tag Geschlechtsverkehr mit Samenerguss zu haben. Spermien können im weiblichen Körper zwei bis drei Tage überleben, sodass täglicher Geschlechtsverkehr die Schwangerschaftschance nicht weiter erhöht. Umgekehrt kann ein zu seltenes Ejakulieren, beispielsweise nur einmal im Monat, die Spermienqualität verschlechtern, da alte Samenzellen überwiegen.
     
  4. Rauchen
    Rauchen hat einen nachweislich negativen Einfluss auf die männliche Fruchtbarkeit. Studien zeigen: geringere Spermienanzahl schlechtere Beweglichkeit höhere Fehlgeburtsrate erhöhtes Risiko für Eileiterschwangerschaften Bei Kinderwunsch lautet die klare Empfehlung: Rauchstopp.

    Unterstützung erhalten Sie über Ihren Hausarzt, spezialisierte Programme oder Online-Coachings. Viele Krankenkassen übernehmen die Kosten für Entwöhnungsprogramme.
     
  5. Alkohol 
    Alkohol beeinflusst den Hormonhaushalt und kann sich negativ auf die Spermienqualität auswirken. Als Orientierung gelten maximal sieben Alkoholeinheiten pro Woche, verteilt über mehrere Tage. Exzessives Trinken („Binge Drinking“) sollte vermieden werden.
     
  6. Ernährung und Nahrungsergänzungsmittel
    Eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung ist ein zentraler Faktor für die männliche Fruchtbarkeit. Bei guter Nährstoffversorgung sind zusätzliche Supplemente meist nicht notwendig. Bei bestimmten Ernährungsformen, wie vegetarischer oder veganer Ernährung, kann eine Beratung durch eine Ernährungsfachkraft sinnvoll sein.

    Zu Nahrungsergänzungsmitteln gibt es bislang nur begrenzte wissenschaftliche Evidenz. Hinweise bestehen für: Antioxidantien Folsäure (für Männer und Frauen relevant) Vitamin D, da ein Mangel weit verbreitet ist. 
     
  7. Bewegung und körperliche Aktivität
    Regelmäßige Bewegung fördert die Durchblutung, den Hormonhaushalt und die allgemeine Gesundheit. Empfohlen werden mindestens 30 Minuten täglich mit erhöhter Herzfrequenz; sei es durch Sport, aktive Bewegung oder auch sexuelle Aktivität.
     
  8. Stress
    Ein bisschen Adrenalin im Körper ist gut, denn so bleibt man wachsam. Chronischer negativer Stress kann jedoch hormonelle Prozesse stören und sich langfristig negativ auf die Spermienqualität auswirken. Entspannung, ausreichend Schlaf und Stressmanagement sind daher wichtige Faktoren bei Kinderwunsch.
     
  9. Medikamente
    Ein allgemeines Medikament zur Verbesserung der Spermienqualität gibt es nicht. In bestimmten Fällen, etwa bei hormonellen Störungen, kann eine gezielte Hormontherapie sinnvoll sein. Wenn Sie regelmäßig Medikamente einnehmen, sollten Sie dies unbedingt mit Ihrem Arzt besprechen; insbesondere im Hinblick auf Kinderwunsch und Schwangerschaft.

Die oben genannten Empfehlungen gelten für Männer mit normaler oder leicht verminderter Spermienqualität. Möglicherweise wissen Sie, dass Sie nur sehr wenige Spermien haben, beispielsweise weil Ihre Stammzellen weniger gut funktionieren. Dann gelten die oben genannten Empfehlungen ebenfalls, aber die zugrunde liegende Ursache bleibt bestehen.

 

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